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Leseprobe 1 DOI: 10.14623/wua.2019.3.150-155
Guillermo Fernández Beret
Lebt sie noch?
Ein halbes Jahrhundert lateinamerikanische Theologie der Befreiung
Für den Beginn einer der wichtigsten Richtungen innerhalb der Theologie des 20. Jahrhunderts haben sich zwei Gründungsdaten durchgesetzt: 1968 und 1971. Das erste bezieht sich auf das großkirchliche Ereignis, das diese Form des Theologietreibens offiziell anerkannte. Es ist die Feier der zweiten allgemeinen Konferenz des CELAM (Consejo Episcopal Latinoamericano – Lateinamerikanische Bischofskonferenz) in Medellín, Kolumbien. Das zweite Datum entspricht der Publikation des Buches „Teología de la Liberación. Perspectivas“ des peruanischen Theologen Gustavo Gutiérrez.

Doch die Bischofskonferenz von Medellín selbst ist schon das Ergebnis eines Prozesses, welcher mit dem Ende des II. Vatikanischen Konzils begann. Ein Startpunkt dafür war die Unterzeichnung des sog. „Katakombenpakts“ am 16. November 1965, wenige Tage vor dem Abschluss des Konzils. Frustriert über den von Papst Johannes XXIII. angeregten, aber vom Konzil nicht beachteten Versuch, die „Kirche der Armen“ zum Zentrum der Konstitution über die Kirche zu machen, haben 40 Bischöfe dieses Ziel weiterverfolgt. Die in ihrer Mehrheit in Lateinamerika tätigen Bischöfe verfassten und unterschrieben eine persönliche Erklärung, mit der sie sich verpflichteten, arm zu leben und die Armen ins Zentrum ihrer diözesanen Pastoral zu stellen.

Ebenso ging der Publikation des Werkes von Gustavo Gutiérrez eine Reihe von Veröffentlichungen von ihm selbst und von anderen Autoren voraus. Diese Vorarbeiten bereiteten die Grundlage für die in seinem Buch von 1971 vorgenommene systematische Reflexion der Theologie der Befreiung.

Im Juli 1967 hielt Gustavo Gutiérrez an der Universität von Montreal eine Vorlesung über die Kirche und die Armut, die 1970 in Lima überarbeitet und veröffentlicht wurde und schließlich in das Buch von 1971 aufgenommen wurde. Die Reflexionen dieses Kurses beeinflussten auch die Behandlung des Themas ‚Armut‘ in der Konferenz von Medellín. Aber die namensgebende Taufe dieser lateinamerikanischen Theologie ereignete sich im Juli 1968, wenige Wochen nach dem Beginn dieser Konferenz, in einem Treffen von peruanischen Priestern und Laien in Chimbote. Dort hielt Gutiérrez einen Vortrag, der ein neues theologisches Programm ankündigte: „In Richtung einer Theologie der Befreiung“. Dieser Vortrag wurde im folgenden Jahr von dem Movimento Internacional de Estudiantes Católicos (MIEC) [dt. Internationale Bewegung von katholischen Studenten] nach einem Treffen dieser Bewegung in Montevideo veröffentlicht. In der Vorbereitung dieses Treffens und beim Treffen selbst trafen Gustavo und zwei andere Priester, der uruguayische Jesuit Juan Luis Segundo und der argentinische Diözesanpriester Lucio Gera, zusammen. Nach Meinung von Gustavo Gutiérrez OP können diese als „Gründungsväter“ bezeichnet werden, wenn nach der Entstehungsgeschichte der Theologie der Befreiung gefragt wird.

Jeder kann das Gründungsdatum, das ihm am meisten zusagt, für sich selbst wählen. Entscheidend ist, dass die Theologie der Befreiung seit einem halben Jahrhundert auf dem Weg ist, oder, je nach Auffassung, sein wird. Dieser Umstand bietet den willkommenen Anlass festzuhalten, wo sie gerade steht und welche Richtung sie in Zukunft einschlagen könnte.

Biographie

Seit der ersten Generation haben die Befreiungstheologen ihre akademische Ausbildung vor allem in Frankreich, Belgien und Deutschland abgeschlossen und sind im permanenten Dialog mit den verschiedenen theologischen Richtungen ihrer Zeit geblieben. In der vom Zweiten Vatikanischen Konzil angestoßenen Erneuerung der Theologie blieb der Kontakt zu den nachkonziliaren Theologien immer gewahrt.

Was ist das von Beginn an originäre des befreiungstheologischen Ansatzes? Was zuallererst ins Auge springt, ist, dass die Theologie der Befreiung im Rahmen der Gesamtheit der Theologie als kontextuelle Theologie einzuordnen ist. Genauer ist es der historische Kontext Lateinamerikas der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre, der diese Art, Theologie zu treiben, hervorgebracht hat und bestimmt. Während die Politische Theologie Europas sich der Frage aussetzte, ob und wie nach Auschwitz überhaupt noch Theologie getrieben werden könne, fanden sich die lateinamerikanischen Theologen im Kontext der umfassenden Armut wieder. Ihre Situation war bestimmt durch diktatorische und repressive Regime, aber auch durch Volksbewegungen, die Perspektiven für eine kommende Veränderung eröffneten. Zudem prägte sie der Umstand einer wenig säkularisierten Gesellschaft, wo der Glaube und die Religion weiterhin bestimmende Elemente der Volkskultur sind. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Printausgabe.

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