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Stichwort DOI: 10.14623/wua.2018.2.50-53
Markus Kneer
Theologie der Religionen
Die Theologie der Religionen ist eine junge Disziplin und kann in ihrer Entstehung mit dem Wandel des Faches in Verbindung gebracht werden, dem sie häufig zugeordnet wird: der Fundamentaltheologie. Der Wandel der Letzteren von der Apologetik zu ihrer heutigen Ausformung (als wissenschaftstheoretische Grundlegung der Theologie) bringt auch veränderte Wahrnehmungen anderer Religionen mit sich, die in der Theologie der Religionen reflektiert werden. Sie rezipiert anderweitige Beschäftigungen mit Religion (z. B. der Ethnologie, Religionswissenschaft und -philosophie), wirft aber über deren Horizont hinaus die Frage auf, welche Heilsbedeutung andere Religionen im Licht der Christus-Offenbarung haben können und welcher Wahrheitsanspruch ihnen zuzugestehen ist

Geschichte

Die Theologie der Religionen kann, obwohl als Fach jüngeren Datums, auf eine lange Tradition zurückgreifen, die bis in die apologetischen Ursprünge christlicher Theologie reicht, deren Grundlage sich in 1 Petr 3,15–16 findet: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen (πρὸς ἀπολογίαν [zur Verteidigung]), der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. Dann werden die, die euch beschimpfen, weil ihr in Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen.“

So können gerade in der Zeit vor der sog. „Konstantinischen Wende“ schon Ansätze ausgemacht werden, die sich mit den Ansprüchen anderer Religionen auseinandersetzen. Als berühmtes Beispiel sei hier Justin der Märtyrer angeführt, der sich mit den beiden Religionen auseinandersetzte, zu denen sich das Christentum in der Antike notwendigerweise in Beziehung setzen musste: dem Judentum (im „Dialog mit dem Juden Tryphon“) und dem Heidentum (in den „Apologien“ 1/2). In beiden Schriften wird die mit der Heilsfrage verbundene Wahrheitsfrage angesichts konkurrierender, aber (in Justins Sicht) auch komplementärer Entwürfe gestellt.

Im Mittelalter tritt die Beschäftigung mit dem Islam hinzu, wobei schon der erste große christliche Apologet, Johannes von Damaskus, die Religionsfrage aufwirft: Für ihn handelt es sich beim Islam nicht um eine eigenständige Religion, sondern um eine christliche Sekte („De haeresibus“, Kap. 100).

In der Neuzeit sind es vor allem die aufgrund der europäischen Entdeckungen und Eroberungen ermöglichten Begegnungen mit bisher unbekannten Religionen, die das Feld der Reflexion über Religion noch einmal erweitern. Aufgrund der einsetzenden Missionsaktivitäten in Indien, China und Amerika stellt sich die Frage, wie es um das Verhältnis von Religion und Kultur steht. Auch wenn sich das Augenmerk in erster Linie auf die Verkündigung richtet, so steigt doch mit der Zeit auch das Interesse an der Wahrnehmung des Eigenstands anderer Religionen – wenn schon nicht in ihrem Beitrag zur Wahrheits- und Heilsfrage, so doch an ihrer kulturellen Produktivität

Die Gräuel, die im 20. Jahrhundert am jüdischen Volk verübt wurden, sind der Auslöser dafür, dass sich die katholische Kirche mit ihrem Verhältnis zum Judentum und zu allen weiteren nichtchristlichen Religionen auseinandersetzt. Diese Verhältnisbestimmung findet ihren lehramtlichen Niederschlag in den Dokumenten des II. Vatikanums, wobei hier vor allem die Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra aetate (NA) hervorzuheben ist. Religionen werden als „Lehren und Lebensregeln sowie auch heilige Riten“ definiert, deren anthropologische Funktion entsprechende Würdigung findet. Darüber hinaus wird auch eine theologische Anerkennung formuliert: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet“ (NA 2). Wie diese Anerkennung sich konkretisiert, zeigen dann NA 3 für den Islam und NA 4 für das Judentum, wobei die besondere religionstheologische Beziehung zu letzterem aufgrund des gemeinsamen Erbes betont wird. Was auch das 16. Kapitel der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen gentium (LG), unterstreicht: Die Beziehungen der katholischen Kirche zu den verschiedenen Religionen sind abgestuft, das besondere Verhältnis einzelner Religionen wird hervorgehoben (Judentum, Islam).

Aus dieser geschichtlichen Spurensuche lassen sich auch die Themen ersehen, die eine besondere Rolle spielen: Kirche, Religionen, Dialog. [...]


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