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Stichwort DOI: 10.14623/wua.2016.1.2-4
Thomas Eggensperger
Auferstehung
Das Phänomen der Auferstehung ist in der christlichen Theologie von eminenter Bedeutung – ist es der Nachweis schlechthin, dass das Erlösungswerk des menschgewordenen Sohnes tatsächlich ein solches ist. Die Auferstehung ist der unmittelbarste Moment, die Vermutung des Nichtverbleibens im Reich der Toten als höchst originelle und originäre Variante einer Hinrichtung zur Wirklichkeit werden zu lassen. Es ist die Auferstehung Jesu von den Toten, die Auferweckung des Christus, die nicht selbstverständlich genug sein kann, um nicht immer wieder kritisch befragt zu werden.

Solcherart theologische Fragen stellen sich nicht nur heute, sondern sie stellen sich bereits von jeher in der Theologiegeschichte. Hier finden sich unterschiedliche Deutungen und Erklärungen der Auferstehung Jesu.

Reflexionen im 19. Jahrhundert

In der Theologie des 19. Jahrhunderts wollte die theologische Wissenschaft in Folge der philosophisch aufgeklärten Geisteswissenschaft, die Wundergeschichten und ähnliches sehr skeptisch zu beurteilen wusste, eine geistreiche Antwort geben. Wenn schon die aufgeklärten Denker kein Interesse an Wundern, Mysterien und unbeweisbaren Thesen hatten, so sollten sie eben seitens der Theologie durch nackte Tatsachen überzeugt werden. Die Theologie suchte nach Beweisen, d. h. Nachweisendafür, dass es wirklich Erlösung und Heil durch die Botschaft Jesu Christi gibt. Man wollte mit Tatsachen, mit Fakten überzeugen, was auf Grundlage eben dieses Ereignisses der Auferstehung geschah. Wenn es möglich ist, die Kritiker von der Wahrhaftigkeit, von der Wirklichkeit der Auferstehung zu überzeugen, dann wäre damit auch die Antwort gegeben hinsichtlich der Wahrhaftigkeit und Wirklichkeit der christlichen Botschaft. Die Auferstehung sollte der schlagende Beweis sein für die Existenzberechtigung des Christentums.

Aber welche Fakten hatten sich vorbringen lassen? Es war im Wesentlichen das leere Grab. Die Berichte des Neuen Testaments, dass beim Besuch der Grabstelle des gekreuzigten Jesus eben jenes Grab leer war, waren die Grundlage der theologischen Argumentation. Der logische Schluss, die Konsequenz lautet: Wenn das Grab leer ist, wenn der wirklich tote Jesus mit einem Mal nicht mehr vorhanden ist, dann hat sich Auferstehung ereignet. Und wenn Jesus wahrhaft auferstanden ist, dann muss doch seine Botschaft vom endgültigen Heil einen wahren Kern haben.

Karl Rahner

Es ist das große Verdienst des Jesuitentheologen Karl Rahner, mehr heranzuführen als nur angeblich klare Beweise, ist die Beweiskette in der Forschung doch inzwischen ein wenig brüchig geworden. Denn was beweist das leere Grab? Es beweist nur, dass keiner in ihm ruht, aber dass damit bereits die ganze christliche Offenbarung erklärt ist, das kann man nun eigentlich nicht behaupten. Für Rahner ist klar, dass der Glaube an das Heil durch Gott nicht nur durch diesen entscheidenden Gang der Frauen zum Grab bewiesen werden kann. Die Heilige Schrift beschränkt sich nicht darauf, das leere Grab zum Hauptargument zu machen. Karl Rahner betont, dass es die menschlichen Erfahrungen sind, die das leere Grab relevant werden lassen. Die Berichte des Neuen Testamentes sind nicht nur historische Fakten, sondern sie drücken ebenso sehr die Erfahrungen der Jüngerinnen und Jünger aus. Im Evangelium wird schließlich berichtet, welche Gefühle die Menschen hatten, als Jesus ihnen als Lebendiger entgegentritt. Da ist zu lesen von Furcht und Schrecken, aber auch von Freude und zärtlicher Umarmung. Die Auferstehung ist nicht nur eine historische Tatsache, sondern sie ist auch eine entscheidende persönliche Erfahrung bestimmter Frauen und Männer, so Karl Rahner.

Edward Schillebeeckx

Ein drittes und letztes Beispiel aus der Theologiegeschichte sei skizziert, denn die Theologie ist nicht bei Rahner stehen geblieben. Es gibt einen weiteren Schwerpunkt in der Deutung des Ostergeheimnisses. Dabei geht es weniger um das Grab oder um die Berichte der Jünger und Apostel, sondern hier wird viel früher angesetzt: Die zentrale Bedeutung der Botschaft Jesu beginnt nicht erst mit der Auferweckung des Herrn oder mit der Erfahrung der Freunde, sondern die Heilsankündigung kristallisiert sich bereits im Leben Jesu heraus. Also gehört auch der Mensch Jesus, der Nazarener, der in und um Jerusalem herum seine Auftritte hatte, zur Auferstehung dazu. Darauf weist beispielsweise der Dominikanertheologe Edward Schillebeeckx hin: Jesus der Christus ist doch nicht nur von Bedeutung, nachdem die Auferstehung geschehen ist. Jesus ist der gleiche, vor und nach dem Karfreitag. Was sich verändert, betrifft nicht Jesus, sondern betrifft wiederum die Jüngerinnen und Jünger. Durch die Auferstehung, durch die österliche Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, erfahren die Menschen nicht eine absolut neue Bekehrung. Denn es war ihnen im Grundsatz schon vorher klar, dass Jesus mehr war als nur einer von vielen Propheten. Aber die Auferstehung Jesu und sein mehrmaliges Erscheinen gibt dem Glauben einen zusätzlichen Impuls: Es gibt nicht nur eine Botschaft – die hatte Jesus bereits vor seinem Ende kundgetan –, sondern es gibt nun zusätzlich auch einen neuen Auftrag, den Auftrag zur Verkündigung. [...]


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