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Leseprobe 3 DOI: 10.14623/wua.2023.1.27-32
Dominika Kozłowska
Polen im Wandel
Kirche, LGBTQ+ und Frauen
Schmerz, Trauer und Bitterkeit – das sind die Worte, mit denen nicht-heteronormative Mitglieder der römisch-katholischen Kirche in Polen zumeist ihre Gefühle beschreiben. Unter den Angehörigen der LGBTQ+-Gemeinschaft sind praktizierende Katholiken nur eine kleine Gruppe. Die meisten dieser Gläubigen sind aus der Kirche ausgetreten, weil sie nicht nur mit mangelnder Unterstützung und fehlendem Verständnis seitens der Geistlichen konfrontiert wurden, sondern auch mit Feindseligkeit.

Kirche und die homophobe Politik

„Nach den Worten von der ‚Regenbogenpest‘, die Erzbischof Marek Jędraszewski im August 2019 geäußert hat, ist etwas in mir zerbrochen“, schreibt Jakub Juzwa in einer persönlichen Einleitung zu seiner Masterarbeit über queere und feministische Perspektiven auf die Reform der Kirche, die er am Fachbereich Soziologie der Jagiellonen-Universität eingereicht hat. „Jędraszewskis Worte wurden von anderen polnischen Bischöfen nicht verurteilt und stießen in verschiedenen katholischen Kreisen, darunter auch bei einigen Bekannten von mir, auf Anerkennung und Unterstützung. Ich habe damals an mehreren Protesten teilgenommen und mich oft gefragt: Wo sind die Katholiken? Sollten wir nicht öffentlich den Gehorsam gegenüber dem Erzbischof unserer Kirche aufkündigen?“

Diese persönlichen Worte in der Magisterarbeit eines jungen Aktivisten, eines schwulen Mannes und Katholiken, stehen stellvertretend für die Stimmen einer wachsenden Zahl von Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen aus der Kirche ausgeschlossen fühlen – nicht nur wegen ihrer psychosexuellen Identität, sondern auch wegen ihres Geschlechts (Frauen), ihrer Lebenssituation (in einer nicht-sakramentalen Beziehung) und sogar wegen ihrer politischen sowie sozialen Ansichten (Opposition gegen das von der Kirche unterstützte vollständige Abtreibungsverbot). Polens Bischöfe haben eine große Rolle dabei gespielt, Homophobie und Hassreden zu schüren und diskriminierende Gesetze zu unterstützen. Der Krakauer Erzbischof Marek Jędraszewski äußerte die folgenden aufrührerischen Worte: „Die rote Pest [des Kommunismus, wird] nicht mehr auf unserem Boden wandeln. Was nicht heißen soll, dass es nicht eine neue gibt, die unsere Seelen, Herzen und Köpfe erobern will. Nicht marxistisch, bolschewistisch, aber aus demselben Geist geboren – neomarxistisch. Nicht rot, sondern regenbogenfarben.“ Mit diesen Sätzen gab er der rechtsnationalistischen Koalition die Gewissheit, dass die institutionelle Kirche deren Handeln gegen sexuelle Minderheiten unterstützen würde. Auf einer von der Katholischen Aktion der Diözese Włocławek organisierten Konferenz brandmarkte der Vorsitzende der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS), Jarosław Kaczyński, Homosexuelle, Gender- und Sexualerziehung (die er als ‚Frühsexualisierung von Kindern‘ bezeichnet) als eine Gefahr für das Land. Sie bedrohten „die polnische Identität, die Nation, ihre Existenz und damit auch den polnischen Staat“, so Kaczyński.

2019 haben eine Reihe von Gemeinden sog. Anti-LGBTQ+-Resolutionen mit dem Ziel verabschiedet, „Kinder und Familien vor ‚homosexueller Propaganda‘ und ‚moralischem Verfall‘ zu schützen.“ Gemeinden, in denen man sich so positionierte, bezeichneten sich selbst als „LGBT-freie Zonen“. In den Resolutionen versprachen die Lokalpolitiker*innen, keine Maßnahmen zu ergreifen, die zur „LGBTToleranz“ beitragen würden. Damit wurde unter anderem die finanzielle Unterstützung für Organisationen gestrichen, deren Ziel es ist, Diskriminierung zu bekämpfen und Gleichberechtigung zu fördern. In Folge dieser politischen Kampagne wurde etwa ein Drittel Polens zu einer „LGBT- freien Zone“ erklärt – was den enormen Einfluss fundamentalistischer Organisationen zeigt, die von den staatlichen Behörden finanziell unterstützt werden. Hinter dieser Resolution und den Änderungen des Abtreibungsgesetzes steht Ordo Iuris, eine äußerst einflussreiche rechtsfundamentalistische Organisation. Erst unter dem Einfluss der Europäischen Union, die damit drohte, den Gemeinden, die sich zu „LGBT-freien Zonen“ erklärten, Subventionen zu verweigern, wurde die faschistisch anmutende Resolution in einigen der Gemeinden zurückgenommen. Der Begriff „LGBT-freie Zone“ erinnert stark an die in der Zeit des Zweiten Weltkriegs von den Nazis propagierte antisemitische Idee sog. „judenfreier Zonen“.

Kirche verliert Frauen

Paradoxerweise hat sich die Krise der Kirche seit 2015 immer weiter verschärft, als die PiS, die die Verteidigung des Katholizismus zu ihrem Programm gemacht hat, in Polen die Macht übernahm. Die institutionelle Kirche hat sich aktiv für ein nahezu vollständiges Abtreibungsverbot eingesetzt, das nach dem Urteil des Verfassungsgerichts im Herbst 2020 in Kraft getreten ist. An den Massenprotesten – den größten seit 1989 –, die auf das Urteil folgten, waren auch Katholik*innen beteiligt. Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, der Posener Erzbischof Stanisław Gądecki, äußerte sich anerkennend über das Urteil. Ein paar Tage später, als die Proteste auch seine Posener Kurie erreichten, versteckte er sich hinter der Ausrede, dass es schließlich nicht die Kirche sei, die in Polen die Gesetze beschließe. Ich vermute, dass Gądecki davon ausgeht, dass wir uns nicht daran erinnern, wie er im März 2016 gemeinsam mit Erzbischof Jędraszewski und Bischof Miziński (als Präsidium der Bischofskonferenz) einen in den Kirchen zu verlesenden Appell veröffentlicht hat, in dem die Bischöfe zum vollständigen rechtlichen Schutz des ungeborenen Lebens aufriefen. Die Proteste nach dem Gerichtsurteil zogen auch schnell vor die Kirchen und Bischofssitze, nicht nur in den Metropolen, sondern auch in kleineren Städten wie Chełm oder Zielona Góra. Happenings und Demonstrationen, die die Sonntagsliturgie unterbrachen, fanden eine große Resonanz. Als Reaktion auf diese Ereignisse ließen die Bischöfe zu, dass die Kathedralen und Kirchen von der Polizei bewacht wurden, anstatt die Situation anders zu handhaben. Und die Aufrufe der Geistlichen zu Sühnegottesdiensten für die Entweihung der Kirchenmauern werden von immer mehr Stimmen kritisch beantwortet, die ihnen sagen, dass sich die Priester schämen sollten, weil sie selbst durch ihr politisches Spiel die Gotteshäuser entweiht hätten. Im Gegensatz zu dem, was von einigen Predigten auf den Kanzeln zu hören war, waren es nicht „Barbaren und Heiden“, die vor den Kirchen protestierten, sondern eine Generation, die größtenteils im schulischen katholischen Religionsunterricht ausgebildet worden ist. Wahrscheinlich waren sie fast alle getauft, viele von ihnen sehr gläubig.

Die katholische Theologin und Publizistin Zuzanna Radzik veröffentlichte damals in der Wochenzeitung Tygodnik Powszechny eine Reportage mit Aussagen von katholischen Frauen, die an den Protesten beteiligt waren. In dem Text kommt u. a. Marta Bareja zu Wort: „Ich habe viele gesundheitliche Probleme, die im Falle einer Schwangerschaft mein Leben und vor allem meine Gesundheit bedrohen könnten. Ich ging von Priester zu Priester und versuchte, einen konkreten Ratschlag zu bekommen, was ich tun sollte. Stattdessen gab es grausame Ratschläge: ,Nur NPR!‘ [Natürliche Familienplanung]; ‚Dann sollten Sie auf den Geschlechtsverkehr verzichten.‘ Und das Schlimmste von allem: ‚Dann denken Sie darüber nach, ob Sie heiraten sollten. Wollen Sie ihn unglücklich machen?‘ Es gab keinen Platz für meine Gesundheit. Da war kein Platz für meine Angst.“ In der Kirche herrscht ein strenges Patriarchat, sagen die an dem Protest beteiligten Katholiken. „Schließlich stieß ich auf eine Person, die mir zuhörte“, berichtet Marta Bareja. „Ohne zu urteilen. Aber die Angst blieb in mir. Ich denke, es ist die gleiche Wut, die Frauen empfinden. Ich habe Angst. Ich habe Angst davor, schwanger zu werden. Ich habe Angst, weil ich nicht weiß, welche Entscheidung ich in der Situation einer schwangeren Mutter treffen würde. Ich habe vor allem Angst vor dem Leiden des Kindes. Ich habe Angst, dass jemand über mich, meine Familie, meinen Körper, mein Kind entscheiden wird. Ich habe Angst vor einer Welt, in der nur Einstellungen wie die von Gianna Beretta Molla gefördert werden.“

Kein Urteil oder Gesetz wird die Spannung zwischen dem Grundsatz der Unantastbarkeit jedes menschlichen Lebens, dem Recht der Frauen auf Leben und der Achtung ihrer Freiheit und Gewissensentscheidung aufheben. Der Wille einer Frau, eine Schwangerschaft zu Ende zu führen, ist von entscheidender Bedeutung. Vielleicht ist es das, was für viele so frustrierend ist: dass trotz der Einschränkungen Frauen immer noch das letzte Wort haben. Der Staat und die Kirche geben sich der Illusion hin, dass sie für die Frauen entscheiden können. Die eine wie die andere Institution haben die Angewohnheit, unsere Probleme über unsere Köpfe hinweg lösen zu wollen. Wenn es um unsere Bedürfnisse und Gefühle geht oder darum, ob es uns zu schwerfällt, mit dem fertig zu werden, was uns bevorsteht – sie haben nicht die Angewohnheit, uns zuzuhören, geschweige denn darüber nachzudenken, wie man uns wirklich unterstützen kann. Mit unglaublicher Konsequenz übersehen sie all die Situationen, in denen Frauen und Mädchen keine gute Wahl haben. Denn die Tatsache, dass Abtreibung kein ethisch einfaches Thema ist, muss vielen Frauen nicht erklärt werden. Sie spüren es, bevor das Problem sie selbst betrifft.

Galoppierende Säkularisierung

Diese Handlungen machen den polnischen Katholizismus, selbst in den Augen derjenigen, die sich im Gemeindeleben engagieren, eher zu einer Institution als zu einer Gemeinschaft. Die Gläubigen haben ein Problem mit der Verstrickung der Kirche in die Politik. Die polnische Bischofskonferenz hat kürzlich eine landesweite synodale Synthese veröffentlicht – einen Bericht über den Zustand der Kirche, der auf den Meinungen von 100.000 Gläubigen beruht. Die Teilnehmer*innen an den diözesanen Synodalkonsultationen haben einhellig betont: „Die Kirche ist vom Leben abgekoppelt, langweilig, es wird zu wenig über Zweifel und die Bedeutung des Glaubens gesprochen.“

„Die Teilnehmer an den Synodaltreffen teilten das Bild einer verwundeten Kirche, die von Skandalen und menschlicher Armut betroffen ist und deren sündige Seite in Verbindung mit menschlicher Schwäche oft Skandale und Leid verursacht. Es ist eine Kirche, die oft hilflos ist, die unter dem Schock des Wandels leidet, die oft Frustration unter den Gläubigen hervorruft und die eher einer schlecht verwalteten Institution ähnelt als einer Gemeinschaft, die von profilierten Hirten geleitet wird“, heißt es in dem Dokument.

Das Bild, das sich aus den Schlussfolgerungen der Synodalsynthese und aus persönlichen Zeugnissen wie denen von Jakub Juzwa und Marta Bareja ergibt, wurde durch zahlreiche Umfragen des größten polnischen Meinungsforschungsinstituts CBOS ergänzt. Diese öffentliche Einrichtung hat seit den 1990er Jahren kontinuierlich den Wandel der polnischen Religiosität, die moralischen Einstellungen der polnischen Frauen und Männer sowie ihre Haltung zur Institution Kirche analysiert. Die in den letzten Jahren durchgeführten Umfragen zeichnen ein Bild der fortschreitenden Säkularisierung, die sich nicht nur in einer sinkenden Zahl von Gottesdienstbesuchen, sondern auch in einer schwindenden moralischen Autorität der Geistlichen ausdrückt. Seit dem Ende der Pandemie besuchen nur 37 Prozent der Polen regelmäßig die Sonntagsmesse – im Vergleich zu fast 60 Prozent, die am Ende des Pontifikats von Papst Johannes Paul II. praktizierten. Wenn wir uns diese Statistiken genauer ansehen, stellen wir fest, dass die religiöse Praxis unter jungen Menschen und unter den gebildeten Bewohner*innen der größten Städte Polens dramatisch abnimmt. Der Prozentsatz der regelmäßig praktizierenden 18- bis 24-Jährigen hat in den letzten 30 Jahren um das Dreifache abgenommen: von 69 Prozent im Jahr 1992 auf 23 Prozent im Jahr 2021. Auch die Priesterseminare werden immer leerer. In einigen fehlen seit langem die Kandidaten. Und junge Menschen brechen zunehmend die Schulkatechese ab.

Wandel von unten: Der polnische synodale Weg

Die sich vertiefende Krise der polnischen Kirche bleibt jedoch nicht ohne Reaktion der Laien. Durch die Initiative Lasst uns unsere Kirche zurückfordern entstand ein Netzwerk der Solidarität und der Kontakte von Katholik*innen aus ganz Polen, die sich für Veränderungen in der kirchlichen Gemeinschaft einsetzen. Auch die Gruppe Glaube und Regenbogen (Wiara i Tęcza – WiT) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Rahmen ihrer bescheidenen Mittel bemüht sich WiT, einen sicheren Raum für alle nicht-heteronormativen Christ*innen in Polen zu schaffen, unabhängig von ihrer konfessionellen Zugehörigkeit. Von Anfang an wurden die Aktivisten*innen der Organisation von Kreisen polnischer katholischer Laien unterstützt, die sich um solche Zeitschriften wie Znak und Więź oder Tygodnik Powszechny und Kontakt versammeln. Im Jahr 2016 wurde die landesweite gesellschaftliche Kampagne „Geben wir uns gegenseitig ein Zeichen des Friedens“ durchgeführt. An den Straßen polnischer Städte tauchten Plakate auf, die zwei Hände in einer Geste der Weitergabe des Friedenszeichens zeigten – eine mit einem Rosenkranz, die andere mit einem regenbogenfarbenen Band. Das informelle Netzwerk der Solidarität und Zusammenarbeit, das sich nach den Protesten bildete, führte zur Gründung des Kongresses der Katholik*innen. Der 2020 ins Leben gerufene Kongress ist eine Initiative von Laien und Geistlichen, die gemeinsam nach positiven Antworten auf die Frage nach der Zukunft der römisch-katholischen Kirche in Polen suchen. So entstand ein Forum für den Austausch von Ideen und eine Plattform für gemeinsame Aktionen für Reformen, die die Kirche heute braucht.

In den letzten Jahren haben einige Frauen den Entschluss zur Apostasie gefasst – vor allem diejenigen, die sich bereits am Rande der Kirche befanden oder de facto religiös indifferent blieben. Andere bleiben in der Kirche, obwohl sie sich immer lauter gegen die Lehre der Bischöfe in Fragen der Frauenrechte aussprechen. Es gibt aber auch Frauen, obwohl es die wenigsten sind, die sich für eine Einschränkung des Rechts auf Abtreibung einsetzen. Deshalb gab es auch Initiativen wie den offenen Brief: „Ich sage genug: Katholikinnen gegen das Urteil des Verfassungsgerichts“. Eine Umfrage des Kantar-Instituts vom November 2020 ergab, dass 67 % der Gläubigen das Urteil des Gerichtshofs ablehnen und 45 % die Straßenproteste unterstützen.

Mitglieder des Kongresses, die in der Arbeitsgruppe „Ehe und Partnerschaften im Blick“ aktiv sind, haben einen Bericht über die Situation von LGBTQ+-Menschen in der Kirche verfasst. Zu den wichtigsten Forderungen der Autor*innen des Berichts gehören: 1. die Anerkennung der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft, 2. die Anerkennung der Tatsache, dass die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität keine Frage der Wahl sind und dass LGBTQ+-Personen von Gott ins Leben gerufen wurden. Weitere wichtige Forderungen sind auch der Verzicht auf die Förderung und Anwendung der sog. Konversions- oder Reparativtherapie in Lehre und Praxis der Kirche. Zudem wird die Schaffung spezialisierter pastoraler Dienste, die die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität von LGBTQ+-Menschen anerkennen und diesen Menschen, insbesondere jungen Menschen, Hilfe und Unterstützung bieten können, gefordert. Dank der Bemühungen des Kongresses sowie der WiT konnte die Stimme von LGBTQ+-Menschen auch während der Arbeit der diözesanen Phase der Synode Gehör finden.

„Ich möchte, dass die Kirche mich dabei real unterstützt. Sich auf den Weg des Dialogs zu begeben und eine etwas einfühlsamere Sprache zu verwenden, bedeutet noch keine ‚Verwässerung der Doktrin‘“ – so die Aussage einer homosexuellen Person während einer Konsultation in der Erzdiözese Lódź. Gleiches gilt für die Erzdiözese Warschau, wo Glaube und Regenbogen an der Synode teilnahm. „Wir sind mit dem Verlauf der Konsultationen zufrieden“, räumt der Aktivist der Organisation, Marcin Dzierżanowski, ein. „Zum ersten Mal konnten LGBTQ+-Menschen mit vollen Rechten an einer Synode teilnehmen und ihre Stimme erheben. Für viele katholische Gemeindemitglieder war es das erste Mal, dass sie mit offen schwulen, bisexuellen und transsexuellen Menschen in Kontakt kamen. In gewisser Weise ist es uns also gelungen, unsere Präsenz in der Kirche zu normalisieren, und das ist ein Wert an sich.“

Am Wendepunkt

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Polens Bischöfe wirklich bereit sind, auf die Stimme der Laien zu hören. Wir befinden uns an einem Wendepunkt, an dem die polnische Kirche erkennen sollte, dass sie nach einer Zeit ihres großen Triumphs in der neuesten Geschichte in eine Phase der tiefsten Krise eingetreten ist. Ohne die Einbindung von Laien, ohne eine Änderung der Einstellung gegenüber Frauen sowie nicht-heteronormativen Menschen und ohne Machtteilung, da wo dies möglich ist, wird die Kirche die Krise nicht überwinden können.

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