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Leseprobe 1
Robert J. Schreiter
Zeit der Orden?
Die Vorstellung des Katholischen erneuern
Die männlichen und weiblichen Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche sind meistens zu Zeiten politischer Umwälzungen und grundlegender sozialer Veränderungen entstanden. Die monastischen Bewegungen des 4. Jahrhunderts entstanden in Syrien und Ägypten als Reaktion darauf, dass das Christentum im Römischen Reich keine verfolgte Minderheit mehr war. Das Aufkommen der Bettelorden im 13. Jahrhundert war eine Antwort auf die Wiedergeburt der Städte im mittelalterlichen Europa. Die apostolischen Orden entstanden in der frühen Neuzeit und erneut während der Zeit der Industriellen Revolution und der Expansionspolitik des imperialistischen Europas. Ein anderer Strang, der sich durch die Geschichte zieht, hebt hervor, welche Anstrengungen Frauen unternehmen mussten, um ihre Vorstellungen von Jüngerschaft entfalten zu können, wenn diese gegen die patriarchalen Restriktionen verstießen, welche ihnen die Gesellschaft auferlegte: Den Beginen, Damenstiften und auch den apostolischen Orden der Neuzeit wurde oft erheblicher Widerstand von den damaligen Autoritäten in Kirche und Politik entgegengebracht. Die Ordensgemeinschaften haben das repräsentiert, was Max Weber die Entwicklung von charismatischer Autorität und Führung nennt. Als solche konnten sie von tief liegenden Geisteshaltungen der Welt ihrer Zeit profitieren: Franz von Assisi soll 5.000 Anhänger gehabt haben, als er im Alter von 44 Jahren starb. Aber genau diese Anziehungskraft kann Ordensgemeinschaften auf lange Sicht unbeständig machen: zwei Drittel der Orden, die zur Zeit des Trienter Konzils existierten, gibt es heute nicht mehr. Und tatsächlich schätzt die Ordensschwester und Soziologin Patricia Wittberg die durchschnittliche Lebensdauer eines Ordens auf circa 200 Jahre.

Das Zweite Vatikanische Konzil plädierte für die Erneuerung der Ordensgemeinschaften, was die Ordensleute bereitwillig umsetzten. Dies führte zu einem großen Umbruch mit dem Ergebnis, dass man sich in einigen Teilen der Welt klarer und auf erfrischende Weise auf das Charisma des Gründers oder der Gründerin konzentrierte, dass aber auch (in der westlichen Welt) die Mitgliederzahlen zurückgingen. Gleichzeitig wurden außerhalb des Westens weiterhin neue Orden gegründet. Im Jahr 1978 fragte Johann Baptist Metz, ob wir vielleicht auf eine neue „Zeit der Orden“ zusteuern. Mehr als 35 Jahre, nachdem er seine Frage gestellt hatte, und 50 Jahre nach dem Konzilsdekret über die Erneuerung des Ordenslebens sollten wir uns die Frage erneut stellen.

Welt: post-säkular und plural

Die Gründung von Ordensgemeinschaften wurde schon immer maßgeblich von der Gestalt der Welt beeinflusst, umso mehr, wenn sich die Welt veränderte. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Gründung und Entwicklung von Ordensgemeinschaften zwingend von sozialen Veränderungen abhängig sind, sondern vielmehr, dass religiöse Orden kontinuierlich in einem kritischen Dialog mit der Welt stehen. Darin spiegelt sich auch die biblische Ambivalenz wieder, welche am stärksten im Johannesevangelium zu erkennen ist, wo Gott die Welt liebt (Joh 3,16) und zugleich als korrumpiert ansieht. So wird die Welt zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die Überlegung, wie christliche Nachfolge in dieser Zeit und an diesem Ort aussehen soll.

Zwei Aspekte der gegenwärtigen europäischen Welt fallen besonders in dieser Betrachtung auf: Post-Säkularität und Pluralität. Post-säkular ist nicht in dem Sinn gemeint, dass die Säkularität abgelöst wurde; eher in dem Sinn von Jürgen Habermas und, etwas verschieden, von Charles Taylor, dass in Europa Religiosität in Parallelität und in Interaktion zum Säkularen wieder aufgekommen ist. Die Hypothese von Max Weber, dass Religion privatisiert wird und schließlich verschwinden wird, ist von einem komplexeren Bild ersetzt worden. Die Immigranten haben das enorme Wiederaufleben von religiösen Gefühlen im Rest der Welt dem säkularisierten Europa ins Bewusstsein gebracht. Auch wenn gewaltsame und apokalyptische Formen von Religion möglicherweise den säkularen Glauben wiedererstarken lassen, dass Religion in der Öffentlichkeit gefährlich sei und daher unterdrückt werden solle, lässt sich ebenso ein unterirdischer Strom von religiösen Gefühlen in Europa entdecken, der sich besonders als Antwort auf Unglücke und Katastrophen zeigt. Aus diesem Grund weisen Habermas und Taylor darauf hin, dass Religion weiterhin ein Rolle in der Öffentlichkeit einnimmt, aber in einer anderen, weniger institutionalisierten Form als in der Vergangenheit.

Mit dieser neuen post-säkularen Umwelt geht eine sozio-kulturelle Pluralität einher, die ebenso das Verständnis vom Individuellen und Sozialen neu ordnet. Das Aufkommen des Individuums und der individuellen Rechten waren herausragende Errungenschaften der europäischen Aufklärung. Dieses Erbe muss nun mit den tieferen Pluralitäten zurechtkommen, die die europäische Gesellschaft heute kennzeichnen. Außerdem erinnern uns die Debatten um den Klimawandel daran, dass ein ungezügelter Individualismus zur Vernichtung von Leben auf unserem Planeten führen kann. Wie fördern und unterstützen wir also Partikularität und sorgen zugleich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der für das Überleben auf unserem Planeten notwendig ist? Das Ringen mit der Pluralität könnte dabei die Beschäftigung mit der Säkularität in den Hintergrund treten lassen. Wenn Ordensleute die europäische Gesellschaft betrachten, müssen sie zu einer Form der Jüngerschaft kommen, die sich viel direkter mit diesen Fragen auseinandersetzt.

Ordensgemeinschaften: Im Politischen und im Mystischen engagiert

Wie reagieren Ordensleute nun auf dieses sich permanent verändernde, post-säkulare oder mehr plurale Europa? Ich denke, dass es notwendig ist, sich tiefer sowohl auf die politischen als auch auf die mystischen Dimensionen von sozialer Existenz einzulassen, und eine Pluralität von Formen des religiösen Lebens zuzulassen.

„Politisch“ meint hier, sich auf die polis – die Stadt – in all ihren positiven und negativen Dimensionen einzulassen: ihren Zentren und Peripherien, ihren Erfolgen und Fehlschlägen. Verschiedene Anstrengungen in den „politischen“ und „öffentlichen“ Theologien, die momentan unternommen werden, spiegeln mehr die kognitiven Dimensionen wieder; diese Dimensionen müssen von gleichen Anstrengungen begleitet werden, die emotionalen, nicht-rationalen und die spirituellen Dimensionen des öffentlichen Lebens zu berühren. Die Bemühungen hin zu sozialer Gerechtigkeit und Solidarität haben den Weg hierfür abgesteckt; aber bei einer erneuerten Beschäftigung mit Post-Säkularität und Pluralität wird man sich außerdem damit auseinandersetzen müssen, was Clemens Sedmak eine „tiefe Politik“ nennt. Bei einem solchen Politikverständnis engagiert man sich im zweifachen Sinn in der „Welt“, Gottes innige Umarmung der Welt ebenso nachempfindend wie die sündhafte Qualität der Welt kritisierend. Es beinhaltet, denjenigen eine Stimme zu geben, die keine haben, das Äußerste menschlichen Bemühens hervorzubringen, Widerstand zu leisten gegen Strukturen, die die menschliche Würde verletzen, Resilienz im Angesicht der Not auszubilden und Solidarität in einer pluralen Gesellschaft zu fördern.

Diese Politik muss von einer ebenso tiefen Mystik begleitet werden, die fähig ist, die Seele oder den Geist von Völkern und Ereignissen zu begegnen und zu umfassen. Unter der Oberfläche einer manchmal militanten Säkularität in der europäischen Gesellschaft befindet sich eine Sehnsucht nach Ganzheit inmitten der postmodernen Zersplitterung, eine Suche nach Augenblicken von Transzendenz inmitten einer unerbittlichen Säkularität, und nach Momenten der Sille und Präsenz abseits vom Gigant Globalisierung und der Unmittelbarkeit der sozialen Medien. Dies ist ebenfalls ein Teil des post-säkularen Bildes, und es ist notwendig, dass sowohl einzelne Ordensleute als auch das gemeinsame Leben von Ordensgemeinschaften zu einem besonderen Ort werden, wo man dem Mystischen und dem Transzendenten begegnen kann.

Um auf die Anfragen einer pluralen Gesellschaft antworten zu können, ist religiöses Leben dazu berufen, sich selbst in pluralen Formen zu zeigen. Das bedeutet, dass es Orden geben kann, die sich auf tiefe Politik (entsprechend der Linie der traditionellen apostolischen Orden) und tiefe Mystik (die kontemplativen Gemeinschaften) konzentrieren, ebenso wie Formen religiösen Lebens, die spezielleren Anliegen eines zeichenhaften Lebens einen besonderen Platz geben (asketische Praktiken, ein mehr reglementiertes gemeinsames Leben, das beinahe unsichtbare Arbeiten, um denjenigen Anerkennung zu zollen, die unsichtbar gemacht werden). Durch die Jahrhunderte hat sich ein ganzes Bündel solcher Formen entwickelt. Im 20. Jahrhundert kamen ökumenische Formen (wie Taizé und Bose) und soziale Bewegungen (wie Focolare) auf und sind Zeichen dafür, was alles vorstellbar ist. Zweifellos wird unser gegenwärtiges Jahrhundert wiederum neue Formen entstehen lassen.

Eine Vision von Kirche: Trinitarisch, sakramental, pilgerndes Gottesvolk

as bisher erläutert wurde, kann als eine kontextuelle oder soziologische Analyse religiösen Lebens im gegenwärtigen Europa gesehen werden. Wie bereits deutlich wurde, benötigt die charismatische Natur religiösen Lebens eine ernsthafte Behandlung und Analyse darüber, was Jüngerschaft in der „Welt“ zu einem bestimmten Zeitpunkt bedeutet. Wenn die Ergebnisse einer solchen Analyse jedoch nicht in einer theologischen Vision von Gott und der Kirche verankert sind, bleiben sie bei einer rein organisatorischen Untersuchung stehen.

Welche Art von Vision kann daher vorgeschlagen werden? Man muss mit seiner Vorstellung von Gott beginnen, wie man „Gott in allen Dingen finden“ kann (nach Ignatius Loyola). Ich schlage vor, dass die primäre Vorstellung von Gott im Ordensleben eine trinitarische sein soll. Das Ordensleben hat sich in der Vergangenheit oft grundlegend an Christus orientiert, als der Nachfolge Christi in Form einer gläubigen und manchmal prophetischen Jüngerschaft. Nun ist es wohl notwendig, dass der Fokus mehr auf das Trinitarische ausgerichtet wird – trinitarisch in dem Sinn, wie es Sarah Coakley vorgeschlagen hat: eine trinitarische Vision, die mit dem Geist beginnt, anstatt mit dem Vater oder dem Sohn. Sie befürwortet solch einen Wandel, um zu zeigen, wie alle Formen menschlicher Sehnsucht in der Sehnsucht nach Gott verwurzelt sind, und wie Sehnsucht selbst in ihrer Natur trinitarisch ist. Ich würde hinzufügen, dass eine trinitarische Annäherung uns zu aller erst hilft, besser mit der Pluralität und dem Pluralismus der Welt, in der wir leben, umzugehen (in der englischsprachigen Theologie wurde dies manchmal mit dem Begriff der „sozialen Lehre der Trinität“ zu erklären versucht). Zweitens war zumindest für Christen der Ausbruch des pfingstlerischen und charismatischen Glaubens rings um den Erdball die wichtigste Entwicklung innerhalb des Christentums in den letzten 50 Jahren: der Geist ist wahrhaftig um uns herum aktiv. Was würde eine solche intensive Beschäftigung mit der Trinität, die den Heiligen Geist als Ausgangspunkt nimmt, unsere christologische Vision neu ausrichten, und in Bezug auf die Bibel eine besondere Nähe zum Lukasevangelium bedeuten. Dort ist der Geist sehr wichtig: Maria bei der Verkündigung überschattend (1,35), auf Christus bei seiner Taufe herabkommend (3,22), Jesus in die Wüste schickend (4,1), auf Jesus ruhend in der Synagoge in Nazareth (4,18) und schließlich der Geist, der am Kreuz zum Vater zurückgegeben wurde (23,46). Der Anspruch auf die Präsenz des Hl. Geistes in religiösen Bewegungen wurde manchmal etwas suspekt behandelt, ähnlich wie die Aussage, als Prophet auserwählt zu sein. Dennoch leben wir wohl in einer Zeit, in der uns die Betrachtung des Hl. Geistes den besten Zugang zum Mysterium der Trinität schenkt.

Mit einem solchen trinitarischen Fokus kann sich das Ordensleben selbst im besonderen Maße als Teilhaber der missio Dei sehen, der Bewegung von Sohn und Hl. Geist in der Welt. Ordensleben wird so selbst zu einem besonderen Zeichen der missionarischen Natur der Kirche.

Die trinitarische Vision ist die Voraussetzung für eine Vision von Kirche. Die Schlüsselwörter hierbei sind Gemeinschaft, Sakrament und pilgerndes Gottesvolk. Die Gemeinschaft der drei göttlichen Personen stellt das Modell für die pluralistische Gesellschaft dar, die Gottes Mission auf der Erde zu erschaffen versucht. Europa muss eine Vielzahl von Pluralitäten ausbalancieren: verschiedene Formen des Glaubens und des Nicht-Glaubens sowie verschiedene Kulturen und Weltsichten sollen in irgendeiner Weise zu einer vereinten und zukunftsträchtigen Gesellschaft werden. Wie Unverwechselbarkeit und Besonderheit geachtet, aber auch in Anspruch genommen und gegenseitig kritisiert werden, das steht auf unserer Tagesordnung. Wie wir die Vielfalt ausbalancieren, findet sein theologisches Model in der perichoresis oder dem inneren Zusammenspiel der trinitarischen Personen im dreieinen Gott.

Ein Element, das zur Gemeinschaftsbildung beiträgt, ist ein sakramentaler Blick auf die Welt. Dies meint, dass Menschen und Dinge eine Bedeutung und eine Integrität in sich selbst besitzen, aber sie zugleich in transzendente Bereiche eintreten können, wo sie eine noch wahrhaftigere und tiefere Identität finden können. Dinge und Menschen sind niemals einfach das, was sie zu sein scheinen, weder innerweltlich noch religiös. Da ist immer mehr. Ordensleben muss diese sakramentale Qualität besitzen, die respektiert und wertschätzt, was wir sehen und berühren können, sich aber auch zu transzendenteren Werten hinführen lässt. Diese Qualität bringt sowohl das Mystische als auch das Politische wahrhaftig zu sich selbst und zueinander: das Mystische kann ohne das Politische banal oder fanatisch werden und das Politische ohne das Mystische grausam oder beherrschend.

Für die Mitglieder der Orden und der Kirche im Allgemeinen bedeutet dies, dass von den vielen Bildern von Kirche, die in der Bibel und durch die nachfolgende Tradition dargestellt werden, das „pilgernde Gottesvolk“ eine Vorrangstellung einnimmt. Wir sind durch die Taufe zu einem einzigartigen Volk gebildet worden – nicht als ein privilegiertes Volk, sondern einem Volk, das Verantwortung trägt, indem es Anteil hat an der missio Dei (Trinitatis) in der Welt. Und solch ein Volk zu sein macht ein „Volk“ zu mehr als der Summe der Individuen, die es bilden. Es ist ein pilgerndes Volk – ein Volk in Bewegung (in einer Welt, die von Migration, Globalisierung und immer größerer technischer Beschleunigung bestimmt ist), das aber nicht von den gegenwärtigen Herausforderungen umhergeworfen wird. „Pilgerschaft“ bedeutet hier die Sakralität unserer Bewegung in ihrer mystischen wie politischen Dimension. Wo die Völker sich bewegen und wo sie anhalten, all dies ist Teil einer Vision der Bewegung hin dazu, die Ziele der Sendung Gottes in der Welt zu erfüllen, um das Gottesreich anbrechen zu lassen und alles letztendlich in Christus zu versöhnen.

Diese Vision von Kirche, wie sie hier ausgeführt wurde, spiegelt die ersten zwei Kapitel von Lumen gentium, vom Mysterium der Kirche und dem Volk Gottes, wieder. Allerdings entsteht diese Vision aus einem anderen Blickwinkel als dem, der oft beim Lesen dieser Kapitel verwendet wird. Das Anliegen zur Konzilszeit, die Kirche als Mysterium zu sehen, entstand, um die gegenreformatorische Sicht der Kirche als societas perfecta zu überwinden. 50 Jahre nach dem Konzil gelesen, kann man in der Kirche als Mysterium erkennen, wie die Kirche eine sakramentale Vision darstellen kann, die hilft, in einer post-säkularen und pluralistischen Gesellschaft glaubensstark und prophetisch zu leben. Das Kapitel über die Christen hatte die Absicht, u. a. die Zweiteilung zwischen Klerikern und Laien aufzuheben und die Taufe als grundlegende Bindung zu bekräftigen, die die Kirche formt. Heutzutage ist der Blickwinkel mehr, wie sich eine in sich geschlossene und zusammenhängende Gesellschaft aus so viel Verschiedenheit bilden lässt. Gaudium et spes war das leitende Dokument für die Erneuerung und das Neu-Denken des Ordenslebens in den Jahren der Reformen nach dem Konzil – und diese Einsichten dürfen wir nicht verlieren. Heute aber benötigen wir ein vertieftes theologisches Verständnis, und indem wir die ersten zwei Kapitel von Lumen gentium unter dem Blickwinkel neu überdenken, der auf unsere heutige Welt fokussiert ist, können wir als religiöse Orden unseren Weg vorwärts finden.

Ein letztes Element, das an dieser Stelle hervorgehoben werden soll, ist das einer tieferen Kontinuität, gerade wenn wir den Fokus verändern. Die Katholizität unseres Glaubens – die Ansicht, dass der christliche Glaube am nächsten bei Gott ist, wenn er weit gespannt und ganzheitlich statt sektiererisch ist – wird hier offenkundig dargestellt. Es ist die theologische Antwort auf die Notwendigkeit dessen, was Ulrich Beck vor mehr als 10 Jahren den „kosmopolitischen Blick“ genannt hat. Allein mit solch einer Form des Sehens können wir hoffen, die Komplexität dessen zu umfassen, was die Berufung zur Fülle der Nachfolge für die Orden in Europa heute bedeuten kann.

Aus dem Amerikanischen von Theresa Hüther OPL (Mainz) und Christina Kempf (Münster)

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