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Leseprobe 1
Lukas Rölli
Diakonische Präsenz
Hochschulpastoral als Dienst der Kirche an der Gesellschaft
Hochschulpastoral steht angesichts der religiös-gesellschaftlichen Veränderungsprozesse in der deutschen Gesellschaft und angesichts des starken Wandels in der katholischen Kirche selbst in den nächsten Jahren vor der Herausforderung, ihre Daseinsberechtigung innerkirchlich und gegenüber der säkularen Gesellschaft und den Hochschulen neu zu bestimmen. Im Folgenden möchte ich versuchen, die damit verbundenen Herausforderungen zu umreißen und Ansätze für eine neue Standortbestimmung der Präsenz von Kirche an den Hochschulen in einer säkularen Gesellschaft aufzuzeigen.

Hochschulen als Teil der säkularen Gesellschaft


In zahllosen Sonntagsreden wird die Bedeutung von Hochschulen und von Hochschulbildung für unser Land immer wieder betont. Die Zahl der Studierenden ist in den letzten zehn Jahren enorm gestiegen; im Wintersemester 2014/15 sind 2,7 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit durchlaufen heute mehr als zwei von fünf jungen Erwachsenen eine akademische Ausbildung. Gleichzeitig hat sich das Betreuungsverhältnis kontinuierlich verschlechtert. Außerdem leiden insbesondere die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Akademischen Mittelbau unter zunehmend fragwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen. Für die Studierenden brachte die Einführung des Bachelor-Master-Systems zunächst nicht die erhoffte Vereinfachung des Studiums. Die Orientierungsschwierigkeiten junger Erwachsener an den Hochschulen sind enorm und die Zahl der Ratsuchenden ist hoch. Die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung stellt eine zusätzliche Herausforderung für Studierende dar.

Im Verlauf des Studiums verhält sich die überwiegende Mehrheit der Studierenden angepasst und zeigt sich bemüht, die an sie gesetzten Anforderungen zu erfüllen. Diese Grundhaltung wirkt sich auf die Engagementbereitschaft von Studierenden aus; sie engagieren sich weit stärker als früher nur punktuell und zeigen gegenüber etablierten politischen und gesellschaftlichen Institutionen eher wenig Interesse.

Die Zahl der ausländischen Studierenden hat in den letzten zehn Jahren Rekordhöhen erreicht und wird von der Bundesregierung bewusst weiter erhöht; bis 2020 soll sie auf 350.00 Personen steigen. Fast die Hälfte dieser Studierenden schließen ihr Studium nicht erfolgreich ab. Ein wichtiger Grund für ihr Scheitern liegt neben „bildungskulturellen Differenzen“ und Sprachproblemen in der mangelnden sozialen Integration.

Diese wenigen Umrisse des gegenwärtigen Zustandes der Hochschulen machen deutlich, dass eine Kirche, die an den „Sorgen und Ängsten“ der Menschen interessiert ist, und die sich für soziale Gerechtigkeit und für die Integration von fremden Menschen in unsere Gesellschaft einsetzt, auch an den Hochschulen präsent sein muss.

Kirchliches Handeln an Hochschulen in der Außenperspektive

Die institutionelle Präsenz von Kirche an den Hochschulen ist aus Sicht von Hochschulleitungen heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Natürlich gibt es hier große Unterschiede zwischen einzelnen Hochschulen. Persönliche Einstellungen von Rektoren, Präsidenten oder Kanzlern, aber auch die soziokulturell akzeptierten oder eben nicht mehr akzeptierten Kooperationen zwischen Kirche und Staat spielen dabei eine wichtige Rolle.

Staatskirchenrechtlich stellt die Hochschulseelsorge einen Graubereich im Feld der positiven Religionsfreiheit dar. Allein studentische Vereinigungen, seien sie sozialer, kultureller oder religiöser Natur, können sich im Rahmen der Hochschulgesetze auf die Freiheit ihrer Betätigung im Raum der Hochschulen berufen. Für die von den evangelischen Landeskirchen und den katholischen Bistümern gepflegte institutionelle Präsenz der Kirche an den Hochschulen bietet diese Regelung jedoch keine rechtliche Grundlage.

Allerdings gibt es auch vielfältige Anzeichen dafür, dass Hochschulleitungen und Studentenwerke die Präsenz von Kirche an ihren Einrichtungen nach wie vor positiv schätzen. Dafür legen zahlreiche gute Beziehungen von Hochschulseelsorgern und -seelsorgerinnen mit Hochschulleitungen, Fachbereichen und Studentenwerken Zeugnis ab. Insbesondere im Zuge der stärkeren Internationalisierung der Hochschulen scheint die Sensibilität von Hochschulleitungen gegenüber der Religiosität von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern, die als ein Teil der kulturellen Diversitäten des Hochschullebens gesehen werden kann, zu wachsen. Das Auftreten muslimischer Studierendengruppen wirkt hier als eine Art Katalysator, der diesen Bewusstseinsbildungsprozess in den letzten Jahren beschleunigt hat. Der Umgang mit Religion spitzt sich oftmals in der Frage zu, wie in „Räumen der Stille“ den religiösen Praxisbedürfnissen von Studierenden Rechnung getragen werden kann. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Printausgabe.

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