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Leseprobe 1
Klaus Müller
Web und Wahrheit
Eine attraktive Alltagstechnik verändert Grundstrukturen eingespielter Lebenswelten: Aus Texten werden Hypertexte, bei denen die Lesenden durch das Springen auf einen Link im Text von diesem Text zu einem anderen und dann wieder von dort zum nächsten Link kommen und so weiter und dabei erst den Text wirklich schaffen, den sie de facto lesen. Informationen stehen zu so gut wie jedem Thema in unüberschaubarer Fülle im Internet bereit. Doch nach welchen Kriterien soll man auswählen? Und welchen unter diesen Informationen kann man trauen? Längst ist bekannt, dass durch Manipulation Informationsangebote in den Rankings oder den Listen der Suchmaschinen nach vorne platziert werden können. Freilich ist das noch harmlos im Vergleich dazu, dass im Internet Menschen aus welchen Gründen auch immer mit Namen und/oder Bild buchstäblich auf einen globalen Pranger gestellt werden können. Immer wieder sehen sich Anbieter zu Eingriffen oder Zensurakten genötigt, um der Verletzung von Persönlichkeitsrechten Einhalt zu gebieten. Aber in welcher Autorität und Instanz geschieht das dann? Und nach welchen Kriterien lassen sich seriöse und unseriöse Informationen unterscheiden?

Wahrheitsfrage

Welchen Sinn hat es da aber noch, vom Suchen, geschweige denn vom Finden von Wahrheit zu sprechen? Dies koinzidiert eins zu eins mit der erkenntnistheoretischen These Peter Sloterdijks , Unterscheidungen wie diejenigen von „wahr“ und „falsch“, „Wirklichkeit“ und „Meinung“, „Sein“ und „Schein“ entpuppten sich bereits jetzt als etwas, das dem späten 21. Jahrhundert einmal als „halbarchaische Konfliktfolklore“ anmuten wird, als „primitiver und präkomplexer Fundamentalismus.“ Durch die Neuen Medien und ihre virtuellen Welten seien solche Einstellungen als „antithetische Primitivismen“ entzaubert. An die Stelle der durch sie etablierten Wahr-Falsch-Unterscheidung trete ein „Verum et fictum convertuntur“. Der 2008 verstorbene Joseph Weizenbaum, einer der Pioniere der frühen Computerwissenschaft, damals meist Kybernetik genannt, warnte schon 1972 davor, dass komplexer werdende Computersysteme die Tendenz entwickeln werden, das Selbstverständnis des Menschen grundlegend zu verändern bis dahin, dass dieser sein Gehirn als eine „‚Maschine aus Fleisch‘“ 3 auffassen werde, die als ein – im Übrigen sehr störanfälliges und darum zu verbesserndes oder ganz auszuschaltendes – Rädchen in einem globalen Informationssystem fungiert, in dem so etwas wie Werte nicht mehr vorkommen. [...]


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