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Leseprobe 3
Wolfgang Beinert
„Diese Weite der Vernunft“
Der Papst-Theologe Benedikt XVI.
Aus der Feder Joseph Ratzingers liegen etwa 14.000 bis 15.000 Druckseiten vor; ihre Zahl wächst nahezu täglich. Sie sind, wofür Verständnis gesichert sein sollte, nicht alle für diesen Aufsatz studiert worden. Kann man es dann aber wagen, über seine Theologie zu handeln, zumal deren Deutung in der monographischen Sekundärliteratur nicht einhellig ist? Das Unternehmen kann nur gerechtfertigt werden mit dem Mut zur Lücke, der Gelassenheit der Subjektivität und der Intention, jenen Dialog des Denkens in Gang zu halten, den er selber anmahnt.

Eine immense Aufgabe

Die Frage nach seiner Theologie ist aber auch noch aus einem anderen Grund diffizil. Sie artikuliert sich bei genauer Betrachtung in der schockierenden Frage, ob es eine solche gebe. Unbestreitbar ist Joseph Ratzinger einer der ganz großen theologischen Denker der Gegenwart und weit über sie hinaus. Aber hat er auch ein spezifisches theologisches System entworfen? Ist sein Name mit einem theologischen Kennwort verknüpft, das dem Kundigen in den Sinn kommt, wenn der Name aufgerufen wird? Da ist der Bescheid nicht leicht. Während sich mit Generationsgenossen wie Yves Congar, Karl Rahner, Johann Baptist Metz oder auch Hans Küng mühelos solche „Markenzeichen“ verbinden, scheint das bei Ratzinger nicht möglich zu sein. Er hat nie eine vollständige Dogmatik geschrieben oder ediert, kaum je ein systematisches Buch im klassischen Sinn geschrieben, sondern in der Regel einzelne Aufsätze (die später meist gesammelt wurden) und kleinere Monographien publiziert, die zu Einzelthemen Stellung bezogen haben, oft aufgrund konkreter Anlässe. Das hat es mit sich gebracht, dass man ohne sonderliche Mühe ein systematisches Kompendium mit Apophthegmata zu den Themen der Theologie zusammenstellen könnte, aber Ratzinger selbst hat solches nie unternommen.

Das ist sicher zu einem guten Teil bedingt durch die Arbeitsbelastung, welche er seit Professorenzeiten in zunehmendem Maß zu tragen hat, entspricht aber auch seiner Grundintention. Ratzinger ist vom Fach her Dogmatiker, doch lag ihm zeitlebens weniger daran, einen Sektor des dogmatischen Stoffes zu bearbeiten, als diesen auf seine innerste und letzte Grundlage hin zu erschließen. Er ist Fundamental-Theologe in des Wortes eigentlicher Bedeutung als Ergründer und Vertiefer der Grundlagen des christlichen Glaubens. Oder mehr psychologisch formuliert: Er ist ein ganzheitlicher Mensch und daher auch ein ganzheitlicher Denker, der gerade deswegen Theologe geworden ist. Im denkwürdigen Gespräch mit J. Habermas ein Jahr vor der Papstwahl kritisierte er die Partikularität der Wissenschaften, die wenig rettende Potenz besäßen angesichts der Weltmisere. Die bewegende Kraft komme einem zu, wenn man gewillt sei, „den Blick auf das Ganze, auf die weiteren Dimensionen der Wirklichkeit des Menschseins offen zu halten, von dem sich in der Wissenschaft immer nur Teilaspekte zeigen können“. [...]


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