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Stichwort
Stefan Burghardt
Freundschaft in Christus
Freundschaft, das Phänomen unverbrüchlicher Treue, des Einklangs der Herzen und der geläuterten Gesinnungen reiner Zuneigung, bestimmt nicht nur das Leben von uns Menschen, sondern ist auch ein immer wieder aufgegriffenes Thema in der Geistesgeschichte. Vertraut sind die Bilder der antiken Freundespaare, angefangen von den mythischen Gestalten Kastor und Pollux, über Harmodios und Aristogeiton, Achilleus und Patroklos, bis zu Nisus und Euryalus. Besonders die Schilderung des Kampfes von Nisus und Euryalus und ihres Einstehens im Sterben füreinander im 9. Buch der Aeneis (vv. 176ff.) lassen in den Worten Vergils die Freundschaft als ein Geheimnis aufstrahlen, das sogar ohne Zögern dem Tod unerschrocken ins Auge sieht, weil es von den Göttern selbst auf unsagbare Weise in die Herzen der Menschen gestiftet wurde. Freundschaft kann aus den Schilderungen des Mythos und der Dichtung als eine Kraft beschrieben werden, die eine fortwährende Steigerung in sich birgt. In Vergils Bucolica heißt es: „Gallus, zu dem meine Liebe so wächst mit jeglicher Stunde, wie im Lenze empor sich reckt die grünende Erle.“ (Bucolica X, 73f.) Für Cicero gleicht die Freundschaft einer ruhenden Macht. Im Laelius, seiner Schrift über die Freundschaft, schreibt er: „Freundschaft ist nichts anderes als ein Übereinstimmen in allen göttlichen und menschlichen Dingen mit Wohlwollen und Liebe.“ (IV)

Freundschaft im Alten Testament

Auch das Alte Testament kennt die seelische Macht der Freundschaft. Hier ist, insbesondere in den Weisheitsbüchern, die Rede von Freundschaft in Hinsicht auf ihre Ausschließlichkeit, ihr Sich-Eins-Wissen, ihr Durchhaltevermögen in schwierigen Zeiten und auf den Reichtum ihrer vielfältigen Ergänzung. Gleichzeitig sprengt das Alte Testament die antike Auffassung der Freundschaft. Indem der Mensch nämlich wahrnimmt, dass der Gott JHWH selbst sich im Ablauf der Geschichte offenbart hat, kann er nicht mehr in sich verweilen. JHWH geht auf den Menschen seines erwählten Volkes zu, also muss sich der Mensch, allein oder in Freundschaft verbunden, diesem Geschehen öffnen. Die Offenheit gegenüber diesem Geheimnis, dem in der Geschichte eingetretenen Gott JHWH und seiner Zuwendung an den einzelnen Menschen, führt zu einem neuen Erfahren der Freundschaft, die fortan nur sie selbst ist, wenn sie sich auf dieses Neue, auf Gott selbst hin ausrichtet. In der Freundschaft von Jonathan, dem Sohn König Sauls, und David, dem letzten Sohn Isais, den JHWH zum König erwählte, wird dieses Neue der Freundschaft im Alten Testament deutlich. Jonathan, der eigentlich seine eigenen Königsrechte als Sohn Sauls wahrzunehmen hat, hält unverbrüchlich gegen seinen Vater Saul zu seinem Freund David und rettet ihn aus jeder Nachstellung des eigenen Vaters, weil er durch das Walten JHWHs klar die Berufung Davids zum König erkennt, der gegenüber er zugunsten Davids beständig verzichten muss. Die Kraft seines Verzichtes bewirkt die ständige auf den Willen JHWHs ausgerichtete Erneuerung der Freundschaft zu David. [...]


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