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Stichwort
Henning Scherf
Generationengerechtigkeit
Es gibt sehr bedeutende Autoren wie den FAZ-Herausgeber Schirrmacher, die große Angst vor den Folgen des demographischen Wandels haben. Diesen Wandel erleben wir zurzeit und er wird auch noch weitere Generationen anhalten.

Clash of generations – oder demografischer Wandel?

Frank Schirrmacher meint, es wird zum clash of generations kommen, zum Krieg der Generationen. Ich sehe das völlig anders. Ich freue mich, einer Generation anzugehören, die bis zu 30 Jahre länger leben darf als die Großeltern. Ich danke den Medizinern für ihre segensreiche Arbeit und ich freue mich, dass ich in einem Land alt werden darf, das seit 1945 in Frieden mit seinen Nachbarn schrittweise ein geeintes Europa aufbaut.

Damit das alles weiter gut geht, müssen alle – unabhängig von ihrem Alter –, jeder nach seinen Möglichkeiten, etwas dazu beitragen. Wir Älteren und Alten bringen einen erstaunlichen Wohlstand mit. Noch nie in der Geschichte ist von so vielen alten Menschen so viel Vermögen an die nächste Generation weitergegeben worden. Aber nicht nur das, wir bringen auch in einem bisher nie möglich gewesenen Umfang unsere Lebenserfahrung, unsere Bereitschaft mit anzupacken ein. Über 50 % der Sechzig- bis Siebzigjährigen leisten freiwillige Arbeit. In der Sportbewegung, in den Kirchengemeinden, aber ebenso in der breiten Kulturarbeit und nicht zu übersehen in der Sozialarbeit wirken Millionen älterer Menschen. Sie halten unsere Zivilgesellschaft zusammen. Ihre Motivation mitzutun ist nicht wirtschaftlich bedingt, sondern sie wollen ihren Teil dazu leisten, dass es friedlich, im gegenseitigen Respekt und durch gemeinsames Handeln weitergehen kann. Der demografische Wandel ist eine große Chance, nicht nur für die Älteren, sondern für alle Generationen. Darum wünsche ich mir – und ich stehe damit nicht allein –, dass wir viele Anlässe und Orte finden, wo wir beieinander sein können, wo wir unsere unterschiedlichen Kompetenzen zusammenführen können. So freut es mich, wenn Großeltern und Enkel, oder auch nicht verwandte Vertreter dieser Generationen sich begegnen, sich unterstützen. Das beginnt im Alltag, wenn Kinder berufstätiger Eltern von Großeltern aufgezogen werden: Da wird gemeinsam eingekauft, gekocht, Schularbeiten beaufsichtigt, gemeinsam zum Chor oder zum Sport gegangen. Das sind keine Ausnahmen. Der demografische Wandel erfordert, dass länger gearbeitet werden muss – es fehlen überall Fachkräfte –, dass Berufstätigkeit von Müttern die Regel sein wird – qualifizierte Frauen sind in vielen Branchen die Träger der Dienstleistungen und des wirtschaftlichen Erfolges. Diese sich verändernden Erwerbsbiografien fordern ein enges Zusammenrücken der Generationen und eine neue Arbeitsteiligkeit. Wer sich international umsieht, lernt, dass dies weltweit schon praktiziert wird. Nur wir in Deutschland denken, durch massenhaften Pflegeheimbau und eine vorangegangene massenhafte Spaßindustrie das Problem der Älterwerdenden angehen zu können.

Mehrgenerationenhäuser und Wohngemeinschaften

Ich selber lebe seit 23 Jahren in einer Art Mehrgenerationenhaus- und Wohngemeinschaft. Wir helfen uns, soweit die Kräfte reichen, und haben auch schon zwei von uns über mehrjährige Pflege zu Hause bis in den Tod begleitet. Um herauszufinden, ob das auch noch klappt, wenn wir alle älter geworden sind, mache ich seit einem Jahr eine Rundreise zu Pflegewohngemeinschaften. Da lerne ich wie wichtig es trotz Demenz und anderer Alterskrankheiten ist, dass alte Menschen noch etwas zu tun haben. Das gemeinsame Einkaufen und Kochen und Tischdecken ist wichtig. Genauso wichtig ist es zusammen im Garten zu wirtschaften, sich um Haustiere zu kümmern, gemeinsam zu singen und zu spielen. Wir wollen, auch wenn wir hochbetagt sind, nicht nur Objekt von Pflege sein, sondern wir wollen, wann irgendmöglich, noch etwas Eigenes dazu beisteuern. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Printausgabe.

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